Gerald Moser:
»a matter of perpetual qualities«

23. Mai – 22. Juni 2019

Eröffnung:
Christine Haupt-Stummer, section.a Kurator*innen-Kollektiv

Bewegung, Drehung und Licht sowie deren Konfrontation mit reduziertem Formen- und Materialienspiel sind konzeptioneller Bestandteil von Gerald Mosers Installationen.

Im Zentrum steht die besondere Qualität der Wiederholung minimaler Bewegungsabläufe, um dem Material zum „Atmen“ zu verhelfen. Die unendliche, langsame Wiederholung wird Raum-Rhythmus: einatmen, ausatmen ― rauf, runter ― drehen, weiterdrehen, unendlich drehen! Im Raum wird eine schlichte, beinahe nüchterne Choreographie von Formen sichtbar. Spiegelnde Materialien ziehen die Aufmerksamkeit immer wieder auf sich. Licht, ein weiteres ephemeres Mittel, aktiviert durch neurale Stimulationen träge Sehgewohnheiten.

Das Reduzierte und Minimalistische kennzeichnet die Installationen und unterstützt zugleich die Rezi­pien­t*innen bei der Selbstwahrnehmung. Aus dem immer Selben, aus dem sehr Einfachen entsteht ein Sog, der schlussendlich zu entspanntem Staunen führt.

Die Anordnung der formal-ästhetisch reduzierten Arbeiten im sehsaal soll an skizzenhaft auf einem Blatt Papier verteilte Zeichnungen erinnern. Jedes Werk verhandelt ein Thema anders als die anderen. In Summe geht es Gerald Moser um die Auseinandersetzung mit den außergewöhnlichen Qualitäten perpetueller Re­zeptionsprozesse und die raumspefizifische Eroberung und Aneignung des Raums ― um ein Wahr­neh­mungsspiel voller Überraschungen.

Gerald Moser geboren 1977 in Steyr, absolvierte sein Kunststudium an der Kunstuniversität Linz und an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Interdisziplinarität und komplexe Vielschichtigkeit kennzeichnen sein integrales Werk. Je nach Projekt wech­selt er zwischen den Genres und Identitäten, ist Künstler, Kurator oder Ausstellungsdesigner. Mit dem Ziel, für das Publikum neue Sicht- und Wahrnehmungsweisen zu öffnen, entzieht er sich jeder Etikettierung. Vor allem aber schafft er ein Spannungsfeld, in dessen Zentrum ein Erfahrungs­raum steht. Manifestationen aller Art können sein persönliches Credo verkörpern: „Zweck und Zweifel“. Seine Arbeiten stellen sich oft als Aufforderung für das Publikum heraus, die die Menschen dazu einladen, diese nicht nur visuell, sondern multisensual und emotional zu erfahren.

Wir danke für köstliche Inhaltsstoffe aus dem Weingut Heinrich !

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