Filmlounge 2020

filmlounge 2020 Täuschung und Fragment

kuratiert von Siglinde Lang

23.9. 2020 18h: Anna Vasof – how illusion is made

Non stop stop motion. Dokumentarfilm / 2020 /52 min / Englisch

Anna Vasof übernimmt die Rolle des `storyteller´ und reflektiert in 14 Kaptiteln - von Misunderstanding über Speeding up bis zu Everything is an excuse - und reflektiert die von ihr entwickelte Methode Non Stop Stop Motion.

im Anschluss: Anna Vasof im Gespräch mit Brigitte Felderer
Anna Vasof: Still aus: how illusion is made

24.9.2020 18h: Iris Blauensteiner – zuhause fern des zuhauses

Rast. Dokumentarfilm / 60 min / 2016 / Verschiedene Sprachen (engl. UT)

An der Donauufer Autobahn liegen der Campingplatz Wien Neue Donau und der LKW Rastplatz Korneuburg West in geringer Entfernung. Gemeinsam haben die BewohnerInnen dieser Orte eine Tankstelle und ein Bedürfnis: Das Ruhen und Rasten zwischen dem Reisen – die einen im Urlaub, die anderen bei der Arbeit. Ihre täglichen Rituale vor und nach der Rast erzählen Geschichten über die Persönlichkeiten und Situationen der Menschen, die kleine Räume für eine Nacht zu ihrem Zuhause machen, um sich auszuruhen.

im Anschluss: Iris Blauensteiner im Gespräch mit Siglinde Lang
Iris Blauensteiner: Still aus: zuhause fern des zuhauses

25.9. 2020 18h: Veronika Schubert – auf ein wort

Gute Frage, nächste Frage, 2016, Video, 11 min
Tele-Dialog, 2005, gestrickter Trickfilm, 5:10min
Tintenkiller, 2009, Trickfilm, 4:30 min
In erster Linie, 2016, in Glas gravierte Animation, 5:30 min
Translation, 2017, Zeichentrickfilm, 3:09 min
Contouring, 2019, Muster-Animation, 3:50 min

Veronika Schuberts animierten Filmcollagen lenken den Blick auf politische Widersprüche, mediale Floskeln sowie alltägliche Konventionen und transformieren die ausgewählten Sprachausschnitte in unterhaltsame Fragmente von (Schein-) Realitäten, die einen medienkritischen, assoziativen, alternativen Bedeutungsraum eröffnen

im Gespräch begleitend: Veronika Schubert mit Siglinde Lang
Veronika Schubert, Still aus Tele-Dialog, 2005

Trailer

Das sehsaal - Jahresthema 2020 bildet den programmatischen Rahmen für das erstmalige filmlounge-Format: Täuschung und Fragment als zwei Begriffe mit Gegenwartsbezug, die mit der Corona-Krise aktueller denn je sind: `Täuschung´ ist durch die Überflutung mit `fake news´ ein allgegenwärtiger Begriff. Eine Sondierung der Quellen und Informationen ist gekoppelt an Fragestellungen der Relation, Objektivierung und des Subjektbezugs. `Fragment´ bezieht sich auf die zunehmend gesplittete Wahrnehmung unserer Welt durch Beschleunigung, soziale Netzwerke, Datenüberflutung und globale Vernetzung – und die Verarbeitung von Ereignissen, die sich zuweilen nur mehr rudimentär erfassen lassen.

Dem Medium Film kommt in dieser Auseinandersetzung als Dokumentator, Beobachter und kritischer Vermittler eine zentrale Bedeutung zu. Deswegen widmet sich der sehsaal im Herbst 2020 in einer 3-tägigen Filmlounge ausgewählten österreichischen Künstlerinnen und Filmemacherinnen, die aus verschiedenen Perspektiven und in einer fragmentarischer Annäherung (vor)getäuschte als auch täuschende Realitätsabschnitte in den Fokus ihrer Arbeit nehmen. Zuweilen humorvoll und bissig, beängstigend und irritierend, vorführend und verfremdend werden in der filmlounge intensive, assoziative punktuelle und diskursive Blickwinkel auf das Jahresthema ermöglicht. Jeder Filmabend bietet eine Einführung durch die Künstlerinnen sowie einen moderierten, persönlichen und offenen Publikumsdialog im Anschluss bzw. begleitend zu Filmblöcken. Der seh-genuss wird dabei nicht nur mit Gesprächen, sondern auch mit Wein und Brot, Bier und Chips, Wasser und Keksen verbunden.

Wir danken für die Unterstützung:

fake & fragment

fake & fragment

Elisabeth Czihak, Regula Dettwiler, Melanie Dorfer, Gunda Gruber, Herbert Hofer, Matthias Klos, Brigitte Mahlknecht, Liddy Scheffknecht, Michael Wegerer, Fridolin Welte

Eröffnung: 17. Juni 2020 von 17 – 22 Uhr
Human Installation
by Ablate Mountain Productions

Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr, 14:00 – 18:00
Dauer: 17.6.2020 – 11.7.2020

 

Und das war die Geschichte von Anna & Bianca — eine Erzählung von der Sehnsucht nach Berührung in Zeiten der Distanz:

Das Jahresthema des Projektraumes sehsaal lautet „Fake & Fragment“ und verbindet zwei beunruhigende Phänomene, die seit Corona aktueller denn je die Wahrnehmung unserer Lebenswelten prägen: Täuschung ist durch die Überflutung mit fake news und der damit verbundenen Sondierung von Quellen ein allgegenwärtiger Begriff. Fragment bezieht sich auf die zunehmend gesplittete Wahrnehmung unserer digitalen und analogen Welt durch beschleunigte, zuweilen nur mehr bruchstückhaft wahrnehmbare Ereignisse.

Mit der Wiedereröffnung nach der Corona-Schließung wird im sehsaal eine Gruppenausstellung mit künstlerischen Werken gezeigt, die sich diesem Themenkomplex sehr grundlegend nähern und verblüffende Verbindungen zwischen Fiktion und Realität herstellen.

Zum Jahresthema:

Fake als Täuschung, auch Vortäuschung und Blendung, spielt medial als auch in der Architektur, Kunst eine wesentliche Rolle. Speziell in der Kunst(geschichte) reflektiert der Begriff auch das Verhältnis von Original und Kopie, von Realitätsbezügen und vermeintlichen Kontexten und referenziert Fragestellungen zu (Re)Produktion, Aneignung sowie Imitation. Täuschung umfasst aber auch ein Dazwischen von Fantasie und Realität, von Lüge und Wahrheit, von Schein und Sein.

Fragment kann ein Bruchstück, Relikt, Überbleibsel bzw. ein Ab- und Ausschnitt sein, der unvollendet oder lückenhaft (geblieben) ist. Ein Fragment ist nur teilweise erhalten, verweist folglich stets auf etwas `Ganzes´ oder `Größeres´, wobei das Fragmentarische den Blick auf Details und Einzelaspekte zu richten und Komplexität zu reduzieren oder auszublenden vermag. Fragmente können als Reste von Systemen verstanden werden und auch zu neuen Ordnungen zusammen-gesetzt werden.