Elisabeth Czihak

As if … 2020, Digitaldruck auf Vliestapete, 260 x 448 cm Foto © Elisabeth Czihak

As if …

Vernissage: Mittwoch, 2. März 2022, 19 Uhr
Eröffnung: Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin

Ausstellungsdauer: 3. bis 25. März 2022
Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15 bis 19 h
Samstag 15 bis 18 h

18. März 2022: 16-19 h
Foto Wien Tour "ON NOT OFF" mit Maria Christine Holter im Wien 5
(besucht werden Super, Hinterland, sehsaal, Station Wien, Kombinage.
Treffpunkt 16h im Kunstraum Super)
Zur Anmeldung

Finissage: Freitag, 25. März 2022, 19:30 Uhr
Maja Osojnik ̶ vocals, electronics

Das Projekt ist Teil des Festivals FOTO WIEN 2022.

Die Künstlerin Elisabeth Czihak verbindet für ihre Ausstellung im sehsaal eine Tapeteninstallation, ein keramisches Objekt, Zeichnungen und eine Fotoserie zu einer dichten, atmosphärischen Rauminterpretation. In ihren Fotografien präsentieren sich Räume der Vergangenheit als gelebt und verblichen, die Tapeteninstallation überlagert verschiedene Raumansichten zu einem Traumbild, während ein maßstäblich verkleinertes Architekturelement so gar nicht an einen wärmespendenden Kamin denken lässt.

Ausgangspunkt für alle in der Ausstellung „As if …“ gezeigten Arbeiten ist die Fotoserie „As if wishing ever helped“, aufgenommen 2019 in einem nicht mehr bewohnten, nur sporadisch genutzten kleineren Schloss in Privatbesitz.

Verschiedene Ansichten des über 200 Jahre alten Dachbodens werden mittels einer collageartig erstellten Tapeteninstallation als dominierende Arbeit in den sehsaal geholt. Auf der dem Eingang gegenüberliegenden „freistehenden“ Wand verschränken sich Dachboden und sehsaal zu einem neuen Ganzen – ein Dachgeschoß zieht ins Erdgeschoß, der vorhandene Raum wird verändert, fiktiv erweitert und ermöglicht den Betrachter*innen ein neues Raumerlebnis.

Die Ausstellung wird durch Fotografien aus der Serie „As if wishing ever helped“ ergänzt, die über eine reine Architekturdokumentation hinausgeht und ihren Blick auf Details und Atmosphärisches richtet. Der zuweilen traurige Charme und die Patina des Vergangenen zwischen Leerraum und Lagerraum, zwischen Prunk und Verfall, werden in den Fokus gerückt. Raumfluchten erlauben einen Blick in die Tiefe und erzählen von der Großzügigkeit solch alter Gebäude und der Bürde des historischen Erbes.

Als dritter Bestandteil der Präsentation sind die Arbeit „Wärmestück“, ein plastisches Werk aus getrocknetem, nicht gebranntem Ton, und Tuschezeichnungen der Serie „Makro“ zu sehen. Beide leiten sich formal von einem der vielen verschiedenen Kamine am Dachboden ab.

Elisabeth Czihak

1966 geboren, 1985-91 Hochschule f. Gestaltung, Linz (Diplom), 1991/92 Hochschule der Künste, Berlin (D), lebt und arbeitet in Wien und im Weinviertel.
seit 1989 regelmäßige Ausstellungen in den Bereichen Objekt, (Wand-) Zeichnung, und Fotografie.

Preise: 2020 Anerkennungspreis f. Medienkunst / künstlerische Fotografie des Landes NÖ; 2011 Anerkennung beim Europäischen Preis für Architekturfotografie, Frankfurt am Main (D), 2000 Talentförderungspreis des Landes Oberösterreich (A). Letzte Personalen: Ortner 2, Wien, Kunstraum St. Virgil, Salzburg, EIKON Schaufenster, Wien.

„Mein starkes Interesse an Dreidimensionalität und Gebautem ging von der Skulptur ganz in die Zeichnung und Fotografie über, in beiden Bereichen beschäftige ich mich generell mit dem Raum – seiner Wirkung und meiner Einflussnahme darauf.“

Skulpturale Prozesse

Skulpturale Prozesse

Ton als Medium

Eine Ausstellung der Studierenden der Technischen Universität Wien
Institut für Kunst und Gestaltung E264/2
Dreidimensionales Gestalten und Modellbau

Moritz Batz
Julian Bodner
Monika Georgieva
Christina Eva Sophie Haslauer
Chan Hyuk Kong
Theresa Kettner
Thomas Obermoser
Anna Theresa Pöll
Lena Roth
Jakob Schensky
Betreut von Fridolin Welte und Gregor Titze
21. bis 27. Juni 2021
Mi, Do, Fr, Sa 14:00–18:00

21. Juni  2021 von 16:00 – 20:00
Soft Opening

27. Juni 2021 von 16:00 – 20:00
Performance Steel Girls
Buchpräsentation „TonTonTon“

Die künstlerische Auseinandersetzung, die wir bei dieser Übung führten, begann am Bachlauf und in der Lehmgrube, führte über die Aufbereitung des Tons bis hin zur Entwicklung von Form und Gestalt. Mit geschlossenen Augen eine Hohlform entwickeln: erst in der Zeichnung, danach im Material Ton, tastend, fühlend, greifend, prüfend. Dann wieder sehend zu entdecken und vergleichen wie sehr Wunsch, Auge und Hand bekanntes hervorbringen und die Reduktion nur eines Sinnes dann doch ganz anderes entstehen lässt.

Jegliche Art von künstlerischem Umgang mit Ton erzeugt dreidimensionale Objekte, die in plastisch-weichem Zustand geformt, anschließend getrocknet und letztlich gebrannt werden können, um dauerhafte Festigkeit zu erlangen. Die Vielzahl der Aggregatszustände, die Ton auf dem Produktionsweg zur keramischen Skulptur durchläuft, die schwer kalkulierbaren Veränderungen durch Schrumpfung, Verlust der Oberflächenplastizität sowie Farbveränderungen, innere Spannungen und Bruchgefahr mit sich bringen, sind Unwägbarkeiten denen mit Geduld und feinem Gespür begegnet werden muss. Sie sind aber auch die Ansätze vorgefertigte Vorstellungen zur Form aufzubrechen und dem Material selbst eine Stimme zu geben.

Fridolin Welte

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Das Buch "TONTONTON"

Herausgegeben von Peter Auer, Christian Kern, Marie Reichel, Fridolin Welte, Wien 2020
SCHLEBRÜGGE.EDITOR

ISBN: 978-3-903172-75-3
216 Seiten, zahlreiche Abbildungen in Farbe, 23 cm x 17.5 cm

Welchen Stellenwert hat Ton in den zeitgenössischen bildenden Künsten? Dieser Frage gingen Studierende der Technischen Universität am Institut für Kunst und Gestaltung nach. Die Ergebnisse, die aus der Übung Künstlerisches Projekt X am Forschungsbereich Dreidimensionales Gestalten und Modellbau hervorgegangen sind, wurden gesammelt und werden nun in Form dieses Buches ausgestellt: Fotografien der Objekte sind kuratorisch im Buch-Raum platziert. Skizzen, Zeichnungen und Videostils der Arbeitsprozesse bilden zusammen mit den Ausstellungsobjekten ein großes Ganzes.

Texte unterschiedlicher Autor_innen ziehen wie kleine Veranstaltungen ihre Fäden durch die Ausstellung: Zur Vernissage gibt Christian Kern Einblick in die Abteilung des Universitätsinstituts, der Gastvortrag des Kermamikkustos Rainald Franz geht auf eine historische Reise, der Künstler Fridolin Welte erklärt Arbeitsprozesse in der Keramik und führt durch die Ausstellung, die Keramikkünstlerin Katie Cuddon erzählt von ihrer Arbeit mit dem Material in Form eines Alphabets und der Theoretiker Peter G. Auer verwebt die Thematik aus philosophischer Sicht mit künstlerischen Praktiken. Durchflochten mit aus den Arbeitsprozessen herausgegriffenen Textfragmenten der Studierenden begegnen sich Theorie und Praxis und kommunizieren in antithetischer Gemeinsamkeit.

Marie Reichel

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Klang-Performance: Steel Girls

Metall wird von den Steel Girls zum Sprechen gebracht in sachlich schlichter Form, die Sinnlich- Poetisches ermöglicht. Das Rohe, das Widerstrebende und die Härte im Stahl wird durch das Biegsame konterkariert. Es geht nicht nur um den Reiz der Herstellung der selbstgeschweissten Instrumente sondern auch um die Herausforderung des Akustischen, das Ausreizen von akustischen Möglichkeiten mit und ohne Elektronik. Das Rohe wird geformt und nicht genormt, die Größenverhältnisse ins Licht gerückt sodass die Funken fliegen und Neues entstehen kann. Steel Girls schätzen Metall aufgrund seiner metaphorischen Qualitäten, wegen seiner Dauerhaftigkeit und seiner unscheinbaren Leichtigkeit im Klang. Die Schönheit von Metall, das die Musiker*innen auf Schrottplätzen oder in Hinterhöfen finden, wird neu formuliert in seiner Bedeutung und offenbart einen radikalen musikalischen Kontext, der sich mit der Erforschung neuer Materialen wie in diesem Fall Ton in neue Spähren schwingt.

Martina Claussen, Astrid Schwarz und Tobias Leibetseder sind Komponist*innen und Klangkünstler*innen, die in Wien beheimatet sind. Mit der Konstruktion selbstgeschweißter Stahlinstrumente entwickelten sie eine eigene Klangsprache, die sie beispielsweise im ZKM in Karlsruhe, bei der Ars Electronica in Linz, im rhiz oder der Alten Schmiede in Wien präsentierten. 2020 wurde aus dem Steel Girls Trio mit der Komponistin und Klangkünstlerin Martina Claussen ein Quartett, das manchmal immer noch als Trio in Erscheinung tritt.