whodunnit??? studio

Konstantin Friedrich, Sophie Innmann, Sanna Reitz, Manuel van der Veen

19. Mai – 2. Juni 2021

Mittwoch, Donnerstag, Freitag 14-18 Uhr, Samstag 11-14 Uhr

Soft Opening mit Hofbenützung: Dienstag, 18. Mai 2021 15 - 21 Uhr

Eröffnung um 18 Uhr: Leon Hösl, Kurator und derzeit künstlerischer Leiter der ersten Ausgabe der Biennale für Freiburg, lebt und arbeitet in Freiburg und Wien

Die Ausstellung Whodunnit??? Studio untersucht die Aktualität der traditionellen Künstler:innenwerkstatt.
Immer einer der vier Künstler:innen gibt ein Werk in Auftrag, das von den anderen umgesetzt werden soll. Dieses System rotiert simultan, das heißt, jede*r ist sowohl Auftraggeber wie -nehmer:in. Den Herstellungsprozess aus der Hand zu geben, heißt zum einen, die Frage nach dem Verhältnis von Konzept und Produktion, Respekt und Dreistigkeit aufzuwerfen und zum anderen genau diesen Prozess in einer Ausstellung sichtbar zu machen.

Wolfgang Ulrich wies jüngst darauf hin, dass der vormoderne Werkstattbetrieb in der zeitgenössischen Kunstszene wieder gang und gäbe ist. Der Austragungsort des Widerstreits zwischen autonomer Künstlerpersönlichkeit und der mannigfaltigen Beeinflussung durch Andere ist also die Künstler*innen-Werkstatt. Ein Ort, in dem Künstler*innen arbeiten und der von einer Meister*in überblickt wird. Historisch finden sich vielfache Belege, wie die Angestellten innovativ die Entwicklung vorangetrieben haben und auch solche, welche die Kraft des letzten Schliffs bestätigen.

Das Ausstellungskonzept schließt direkt an die Herausforderung dieses geteilten Arbeitsprozesses an. Immer eine Künstler*in gibt ein Werk in Auftrag, das von den anderen drei umgesetzt werden soll. Dieses System rotiert simultan, das heißt jeder ist sowohl Auftraggeber*in als auch -nehmer*in. Dabei besetzt die Meister*in den Anfang und das Ende des Prozesses, – die Prüfung des Werkes – und die damit verbundene Entlassung aus dem Atelier.

Den Herstellungsprozess aus der Hand zu geben, findet zwischen den Polen der Kontrolle und des Vertrauens statt. Es verlangt ebenso Respekt, wie Dreistigkeit, präzises Einfühlungsvermögen und den Blick über den Tellerrand des Egozentrismus hinaus. Was also zu sehen sein wird, stammt weder von einer Hand noch ist eine direkte Zuordnung zu erwarten. Whodunnit??? studio zersplittert den Künstler*innenkörper und setzt ihn neu aus seinen Fragmenten zusammen.

Konstantin Friedrich (1986 in Krasnoarmesjk, GUS), Sophie Innmann (1986 in Münchberg, DEU), Sanna Reitz (1985 in Kaiserslautern, DEU) und Manuel van der Veen (1990 in Viriat, FRA) begannen bereits während ihres Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, erste gemeinsame Ausstellungsprojekte und Kooperationen zu verwirklichen.

 

Konstantin Friedrich, YY, 2020, Acrylfarbe, Putzspachtel, Betonfeinspachtel, Sound, Mp3-Player, Boxen. Foto: Konstantin Friedrich
Manuel van der Veen - Flatbag (hunters camouflage), 2019, 80 x 70 cm, Lack auf Weißblech, verzinkt - airdrawing (hunters coumflage), 2020, Lack auf Alublech, Größe 39 Foto: Max Hild Copyright: Manuel van der Veen
Ausstellungsansicht whodunnit 2019
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