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reconstruct, she said *

Michaela Schwentner

2. - 10. Juni 2022

Eröffnung am 2. Juni 2022 um 19 Uhr
Live Set Julia Purina am 7. Juni um 20 Uhr
kurz, improvisiert und unverstärkt!

Michaela Schwentner ist während der Öffnungszeiten anwesend!

fr 3.6. von 15-19h
sa 4.6. von 15-19 h
di, 7.6. von 15-22 h
mi, 8.6. von 15-18 h
do, 9.6. von 15-19 h
fr, 10.6. von 15-19 h
und ausserhalb der öffnungszeiten by appointment:
jade@jade-enterprises.at
* eine Veranstaltung der Reihe XX Y X / Subdivision des Vereins liccht

Die Installation reconstruct, she said ist die Übersetzung einer filmischen Arbeit in eine räumliche Anlage. Der essayistische Dokumentarfilm re-GEO / rendering reconstructions of desire wird ausgefaltet und in einzelne Bestandteile zerlegt, um so eine andere Form der Erzählung zu ermöglichen.

re-GEO / rendering reconstructions of desire ist der Versuch, sich der ambivalenten Persönlichkeit der Germanistin und Holzbildhauerin Georgette Klein mit den Mitteln der (Re-)Konstruktion anzunähern. Wie weit konnte sich eine junge intelligente Frau in den Anfang 1910er/20er Jahren unabhängig bewegen und entwickeln? Welche (inneren) Widerstände galt es zu überwinden?

Der progressiven und während der Studienzeit sozialistisch informierten, in ihrem bürgerlichen Umfeld rasch nicht mehr heimischen Georgette Klein gelingt es erst sehr spät, sich mit dem Bau ihres Hauses von den Eltern zu emanzipieren.

In der Lebens- und Denkweise selbstbewusst und modern orientiert und doch nicht fähig, sich völlig von den etablierten gesellschaftlichen Strukturen zu lösen, “schneiderte” die promovierte Germanistin, nicht als Architektin, sondern als Frau, als Künstlerin ein Haus, in dem sich ihre konzeptuelle Vision manifestiert und das noch heute als architektonisches Juwel in der Landschaft des Tessin strahlt.

Und doch muss hier die Frage nach dem Narrativ gestellt werden: wer schreibt die Geschichte, und wie wird sie geschrieben? Weshalb sind weder Georgette Klein noch die Casa Sciaredo in den Kanon der modernen Architektur – zumindest in der Schweiz – aufgenommen? Ist das Haus kaum bekannt, weil es von einer Frau entworfen und gebaut wurde? Weil Georgette keine Architektin war, weil sie das damals noch gar nicht sein konnte?

Michaela Schwentner

Künstlerin, Filmemacherin, Kuratorin, Lektorin an der TU Wien und Labelbetreiberin (mosz records) Outstanding Artist Award (= Förderpreis für Filmkunst), 2007, Projekt- und Arbeitsstipendien der Stadt Wien und des Bundes, Residencies im In- und Ausland.

Internationale Ausstellungsbeteiligungen, Screenings, Performances, u.a. Centre Pompidou Paris, Manifesta 4, HKW Berlin, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Edith-Russ-Haus für Medienkunst Oldenburg, ACF New York, Shedhalle Zürich, CCNOA Brüssel, Kiasma Helsinki, Museo Experimental El Eco Mexiko City, CCCB Barcelona, UCLA Los Angeles, Kunsthalle Exnergasse Wien, Kunsthalle Wien, Secession Wien, Künstlerhaus Wien, Grazer Kunstverein, Kunsthaus Graz, B3 Biennale des bewegten Bildes Frankfurt, Sundance Filmfestival, Kurzfilmtage Oberhausen, FIDMarseille, Diagonale Graz, Viennale, Int. Media Art Biennale Wroclaw, Transmediale Berlin, Moving Patterns ACF New York, Edinburgh Int. Filmfestival, London Int. Filmfestival, Wien modern, New York Underground Filmfestival, Independent Filmfestival Rotterdam, European Media Art Festival Osnabrück, Evolution Filmfestival Leeds, Cork Filmfest, Chicago Underground Filmfestival, Blickle Kino/Belvedere 21 Wien, Neue Galerie Innsbruck, Kunstraum Lakeside Klagenfurt

Lena Kuzmich

Chimera

eine Videoinstallation von Lena Kuzmich

Vernissage: Montag, 25. April. 2022 um 19:00

Montag, 25. April. 2022 – Samstag, 30. April. 2022

Öffnungszeiten: Di-Fr: 15:00-20:00
Sa: 11:00-17:00
Lena Kuzmich ist anwesend während der Dauer der Ausstellung

CHIMERA untersucht queere Ökologie und nicht-binäres Leben in der Natur. Was definiert den Menschen als Spezies? Inwiefern etablieren Wissenssysteme Grenzen zwischen Lebensformen, die in Wirklichkeit verschwimmen? Wie können „wir“, in Symbiose mit Technologie, die Kategorie der Natur wiederbetreten?

Found footage, neu angeordnet als spielerische Welten, hinterfragt Entstehen und Präsentation von (wissenschaftlichem) Wissen, das Lebensformen auseinander nimmt und trennt; dabei queere Lebensformen als unnatürlich verdammt. Wie gelingt es uns, in
solchen Systemen der Entfremdung zu funktionieren, in denen alle Kultur quer zur Natur zu arbeiten scheint: Klimawandel, Genderbinarität, etc.?

* queer: Sammelbegriff für eine Vielzahl von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und Genderidentitäten die nicht der heteronormativen Norm entsprechen
* nicht-binär: ist eine Sammelbezeichnung für Genderidentitäten, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich identifizieren
* Genderbinarität: geht davon aus, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, gibt

Lena Kuzmich

(1998, Wien) ist multidisziplinäre Künstler*in mit einem Fokus auf Fotografie und Video und arbeitet aktuell in Amsterdam. In ihrem* Werk, einem fluiden Remix aus Fragmenten von Pop- und Subkultur, erträumt Lena Visionen einer alternativen Gesellschaft. Fiktive Landschaften, hybride Körperbilder und Technologie werden zum Portal jenseits der Norm und vorgefertigten Ideen über Identität.

Graphic Design von Winona Hudcová
Text mit Lennart Horst
Sound Design von Leonard Prochazka

Das Labor für künstlerischen Animationsfilm an der Akademie der bildenden Künste hat Lena "im Rahmen des Best Austrian Animation Festivals" in den sehsaal eingeladen.

Thomas Renoldner

Thomas Renoldner

My Self Portrait Trilogy

Eröffnung am 8. Juni 2021 ab 17 Uhr
um 19 Uhr: einführende Worte von Gerda Lampalzer, Medienkünstlerin

Ausstellungsdauer: 9. bis 18. Juni 2021
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 15 bis 19 Uhr
Thomas Renoldner ist anwesend und freut sich auf Besuch!

Finissage Freitag  18. Juni 2021 ab 19 Uhr
spielt Marie Spaemann – Cello und Stimme

Ausgehend von einer künstlerisch-verfremdenden Auseinandersetzung mit dem Selbst nimmt Thomas Renoldner in MY SELF PORTRAIT TRIOLOGY eine Auslotung von Filmgenres und ihren Grenzen vor. Die drei autonomen Kurzfilme werden im sehsaal als Installation präsentiert und bilden in der Zusammenschau die reflexive Beschreibung eines ereignisreichen Lebensabschnittes von fast 10 Jahren.

SUNNY AFTERNOON beginnt mit einem Rückblick auf Kindheit und Jugend und endet mit einem Blick in die Zukunft, der Renoldner als lächelnden alten Mann darstellt. Damit werden jedoch bereits Sorgen um Ereignisse vorweg genommen, vielleicht sogar vorausgeahnt, die in FUCK THE CANCER ! tagebuchartig komprimiert werden. DONT KNOW WHAT wiederum ist die erste künstlerische Aktivität nach Überwindung dieser Gesundheitskrise und bringt die Freude zum Ausdruck, wieder an einer genussvollen Wahrnehmungswelt teilnehmen zu können.

MY SELF PORTRAIT TRILOGY beinhaltet mit SUNNY AFTERNOON und DONT KNOW WHAT zwei Arbeiten, die unter anderem avantgardefilm-typische Strategien aufgreifen und die Frage stellen, wieviel Humor oder welche Form vom Humor im Avantgardefilm üblicherweise erlaubt ist.

Im sehsaal werden die drei Kurzfilme SUNNY AFTERNOON (2012), FUCK THE CANCER! (short version, 2016/2020) und DONT KNOW WHAT (2019) für diese raumgreifende Installation gleichzeitig projiziert, während die Betrachter*innen den Ton mittels eines Schalters auswählen können.. Dadurch entstehen zufällige Bild-Ton-Kombinationen, die den Filmen neue Bedeutungsebenen und Interpretationsspielräume eröffnen.

ABOUT THOMAS RENOLDNER

Künstler, Filmemacher, Musiker, Lektor, Kurator
Studium der Animation an der Hochschule für Angewandten Künste in Wien, Leiter des Animationslabors an der Akademie der bildenden Künste in Wien seit 2007.Zahlreiche experimentelle, animierte und dokumentarische Kurzfilme seit 1980.Sein letzter Film DONT KNOW WHAT (2019) wurde zu 100 internationalen Festivals eingeladen und erhielt 25 Preisen, darunter den GRAND PRIZE beim Ottawa Animation Festival 2019 (dadurch Oscar Qualifizierung) und den OFF LIMITS AWARDS bei Annecy Animation Festival 2019.

 

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My Self Portrait Trilogy
Thomas Renoldner

Thomas Renoldner

MY SELF PORTRAIT TRILOGY

eine multimediale Rauminstallation

 

Soft Opening mit Hofbenützung
Dienstag 8. Juni 2021 ab 16 uhr

Ausstellungsdauer:
9. bis 18. Juni 2021

ACHTUNG: neue Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 15 bis 19 Uhr

Soft Finissage mit Hofbenützung
Freitag, 18. Juni 2021 ab 16 uhr
es spielt Marie Spaemann (Cello und Stimme)

Thomas Renoldner

Ausgehend von einer künstlerisch-verfremdenden Auseinandersetzung mit dem Selbst nimmt Thomas Renoldner in MY SELF PORTRAIT TRIOLOGY eine Auslotung von Filmgenres und ihren Grenzen vor. Die drei autonomen Kurzfilme werden im sehsaal als Rauminstallation präsentiert und bilden in der Zusammenschau die reflexive Beschreibung eines ereignisreichen Lebensabschnittes von fast 10 Jahren.

Inhaltlich wird ein noch größerer Bogen gezeichnet: SUNNY AFTERNOON beginnt mit einem Rückblick auf Kindheit und Jugend und endet mit einem Blick in die Zukunft, der Renoldner als lächelnden alten Mann darstellt. Damit werden jedoch bereits Sorgen um Ereignisse vorweg genommen, vielleicht sogar vorausgeahnt, die in FUCK THE CANCER ! tagebuchartig komprimiert werden. DONT KNOW WHAT wiederum ist die erste künstlerische Aktivität nach Überwindung dieser Gesundheitskrise und bringt jene in Worten schwer zu fassende Freude zum Ausdruck, wieder an einer genussvollen Erlebnis- und Wahrnehmungswelt teilnehmen zu können.

Renoldners Motivation, seine drei Kurzfilme aus einem Produktionszeitraum von sieben Jahren in dieser Installation zusammenzuführen, hat sowohl autobiografische als auch genreanalysierende Beweggründe: Ein wiederkehrendes Thema eines Teiles seiner filmischen Arbeit widmet sich der Definition von Filmgenres, konkret der Reflexion von Spielregeln im Avantgardfilm. Seine filmischen Umsetzungen dieser Thematik haben dabei mitunter eine humorvolle Note: "funny avantgarde" ist etwa ein Begriff, der in diesem Kontext bei Gesprächen mit Künstler*innen in Kanada aufgetaucht ist.

SUNNY AFTERNOON

6 min 50 sec, 2012
„SUNNY AFTERNOON“ läßt eine Art Avantgardefilm und eine Art Musikvideo aufeinanderprallen, und wirft dabei die Fragestellung auf, was als typische Klischees und Tabus der beiden Genres gelten könnte. Auch die musikalische Umsetzung der beiden Filmteile bezieht sich leicht ironisierend auf klassische Muster der genannten Filmgattungen.

FUCK THE CANCER ! - short version

5 min 35 sec, 2016/2020

FUCK THE CANCER ! ist in seiner Originalfassung eine 12-minütige Aneinanderreihung von Selfie-Videos, in denen der Autor im Zeitraum seiner Krebserkrankung immer wiederkehrend den Versuch unternimmt, sich mit seinem Slogan „FUCK THE CANCER !“ selbst zu stärken. Die Vision, hier Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm mit Happy End durchzuführen geht schlußendlich in Erfüllung. Um die Arbeit im Rahmen der Self Portrait Trilogy zeigen zu können, wurde der Film auf publikumsfreundlichere Länge gekürzt.

DONT KNOW WHAT

8 min, 2019
Mit der Methode des vom Ton ausgehenden Einzelbildschnitts verwandelt sich das realistische Filmbild in einen surrealen, strukturalistischen und schließlich sogar abstrakten Film. Gleichzeitig entsteht eine musikalische Komposition, die mit der menschlichen Stimme experimentiert und Sprache in Klang und Musik verwandelt. DONT KNOW WHAT stellt klassische Regeln verschiedener Filmgenres in Frage, indem Elemente der Avantgardfilms und des Unterhaltungskinos kombiniert werden,

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