Arnold Reinthaler
„Ich bin ein Kind aus Österreich“

Arnold Reinthaler
»Ich bin ein Kind aus Österreich«

Vernissage: Mittwoch, 5. Oktober 2022 um 19 Uhr
Eröffnung: Karin Schneider, Kunstvermittlerin und Zeithistorikerin

Ausstellungsdauer: 5.-29.10.2022
Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15 bis 19 h, Samstag 14 bis 16 h

Finissage: Samstag 29. Oktober um 19 Uhr
Musikperformance Lissie Rettenwander

›Ein Kind aus Österreich‹ zu sein, bedeutet, in einem Klima der Verleugnung der eigenen nationalsozialistischen Täterschaft aufgewachsen zu sein. Arnold Reinthaler hat seine diesbezüglichen Erfahrungen und persönlichen Verstrickungen mit dem ›Dichterstein Offenhausen‹ – einem ehemals rechtsextremen Verein in Oberösterreich – auf verschiedene Weise offengelegt:
Als Installation selbst gravierter und Jahrzehnte später entwendeter  (Dichter-)Steine, als Filmausschnitt einer bisher unveröffentlichten Zeugenaussage vor Gericht zur Erinnerungspolitik,  sowie die Verdichtung des Schlachtrufs ›Immer wieder Österreich‹, die als Gravur in schwarzen Granit ein fragwürdiges Österreich-Bild zeichnet.

Arnold Reinthaler/Bildrecht ›Muttersprache und Gefolgschaftstreue‹, Dichterstein Offenhausen, 1972

Arnold Reinthaler

Geboren 1971 in Wels (A), lebt und arbeitet in Wien. Arnold Reinthaler studierte Bildhauerei in Hallein, an der an der Kunstuniversität Linz und bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er promovierte bei Thomas Macho mit einer kulturwissenschaftlichen Dissertation über die Zirkulation des Begriffs „nomadisch" im Kunstkontext.

Seine Arbeiten umkreisen Zeitbegriffe, die er mit bildhauerischen Mitteln modelliert. Dabei stellt er das subjektive Handeln in den Mittelpunkt lang andauernder Arbeitsprozesse, die er vorwiegend in Stein, Papier und Lichtmedien übersetzt.

Karin Schneider

Kunstvermittlerin und Zeithistorikerin

Karin Schneider war in unterschiedlichen Projekten zum künstlerischen Umgang mit Geschichtspolitik als Forschende und Kunstvermittlerin tätig (u.a "memScreen" und "conserved memories", PEEK an der Akademie der bildenen Kunst, Wien und traces, Horizon 2020, Zürcher Hochschule der Künste) und leitet seit 2019 die Kunstvermittlung der Museen der Stadt Linz.

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Filmstill schwarzweisse Abstraktion

Filmlounge 2022

filmlounge 2022
Atmosphäre & Authentizität

1. Oktober ab 17h
Screenings und anschließender Artist Talk mit Kurator Max Lehner
Ab 20:00 Wiederholung aller Filme

Eintritt ist frei

17:00
Luz Olivares Capelle, Apariciones
2014, 23'
Gespräch in Deutsch


17:45
P. Staff, On Venus
2019, 13'
Talk in English


18:30
Maja Hodošček, For Your Pleasure
2021, 28' 23''
Talk in English'


Ab 20:00
Wiederholung aller Filme

 

DIe Filmlounge 2022 - mit Kurator Max Lehner - bietet nach der Aufführung der Filme jeweils einen artist talk mit den anwesenden Künstler*innen und der Möglichkeit zu offenem Publikumsdialog.

Als Reaktion auf das sehsaal-Jahresthema „Atmosphäre & Authentizität“ erforscht die Filmlounge Ränder des Authentischen und fragt, wie Atmosphären unsere Erwartungen und Einschätzungen beeinflussen. Authentizität ist eine prägende Kategorie, die oft für Personen, Orte, Dinge und Produkte in Anschlag gebracht wird, die diese nicht wirklich erfüllen können. Wann gilt etwas oder jemand als authentisch? Ist es die Erfüllung von Erwartungen oder der Bruch mit all dem?

Drei Kurzfilme von Luz Olivares Capelle, Maja Hodošček und P Staff stellen implizit die Illusion authentischer Subjektivität infrage, indem sie das Netz von Einflüssen sowie vage Andeutungen, Ahnungen oder Atmosphären, die oft unsere Wahrnehmung beeinflussen, thematisieren – und zeigen, dass es immer mehr gibt als ‚das Authentische‘ oder ‚die Atmosphäre‘. Wenn affektive Qualitäten ebenso viel Gewicht haben wie Subjektives, Gefühl und Fakten, ist möglicherweise die Relation zwischen diesen Polen wichtiger – und wir können Atmosphäre und Authentizität nicht getrennt voneinander sehen. Vielmehr müssen wir dekonstruieren, welche Normen oder Themen die Wahrnehmung und Erwartungen an uns, andere und anderes bestimmen.

Liegt das Authentische letzten Endes in der Atmosphäre, einem Gefühl, dem nicht Greif- und Fassbaren?

Kuratiert von Maximilian Lehner

 

Luz Olivares Capelle: Apariciones (23', AT 2014)
Luz Olivares Capelle: Apariciones (23', AT 2014)
Screenshot P. Staff, On Venus
Maja Hodošček: For Your Pleasure (28' 23'', SI 2021)

Maximilian Lehner
(*1990, Österreich), Kurator und Kunstwissenschaftler, ist Mitgründer des Produktionsbüros The Real Office. Kunst und Realität (RO) in Stuttgart und ist von 2016-2022 Universitätsassistent am Institut für Kunst in gegenwärtigen Kontexten und Medien der KU Linz. Neben Projekten mit RO kuratiert(e) er Ausstellungen für ElectroPutere (Bukarest), Galerija Škuc (Ljubljana), Salzburger Kunstverein, Fünfzigzwanzig (Salzburg), Jutro/Blok Nova Baza (Zagreb), sehsaal (Wien) und aqb (Budapest). Seine Texte wurden bei Artforum, BLOK, Kajet, Revista Arta und etc.magazine sowie in wissenschaftlichen Publikationen und Künstler_innenbüchern veröffentlicht. Maximilian Lehner studierte Kunstwissenschaft und Philosophie in Paris, Stuttgart und Linz, absolvierte kuratorische Kurse an der Salzburger Sommerakademie, dem ECCA Cluj und verfolgt ein Studium am CuratorLab der Konstfack Stockholm.

Luz Olivares Capelle
Apariciones
2014, 23'

17:00

Apariciones ist der Versuch, Erscheinen und Verschwinden bildlich zu fassen, eine filmische Dokumentation der beiden Vorgänge. Im Film erzählen Personen, die wir nicht sehen, von besonderen Erscheinungen und deren Einfluss auf persönliche Entscheidungen. Im Wechsel dazu sehen wir, wie Luz Olivares Capelle sich visuell flüchtigen und nicht greifbaren Momenten annähert, sowohl mit verfremdeten Aufnahmen als auch abstrakten animierten Sequenzen und photochemischen Experimenten mit analogem Film. Die Arbeit der Künstlerin als Ganzes funktioniert wie eine Collage, in der die Bilder assoziative Verbindungen mit den Erzählungen eingehen. Obwohl – oder gerade weil – Apariciones mit dieser Offenheit arbeitet, dass wir selbst Verbindungen herstellen oder uns sogar selbst Bilder vorstellen müssen, vermag der Film es, das Erscheinen und sein Gegenteil als übersinnliche und reale Größe zu situieren.

Luz Olivares Capelle

(*1983, Argentinien) hat Regie an der E.N.E.R.C. (Nationalinstitut für filmische Experimentation und Produktion) Buenos Aires, Grafik an der Akademie der Bildenden Künste und Regie an der Filmakademie Wien, Universität für Musik und darstellende Kunst bei Michael Haneke studiert. Ihre Filme wurden in verschiedenen Kunstgalerien und Museen sowie bei Festivals wie dem Internationalen Film Festival Rotterdam, der Viennale, Karlovy Vary IFF, im Museum of the Moving Image NY, im M.A.L.B.A. Buenos Aires u.a.m. gezeigt. Sie wurde u. A. mit dem Österreichischen Filmpreis, dem Max Ophüls Filmpreis, mit dem Grand Prix International Short Award beim Cork Film Festival, bei der Diagonale und dem Vienna Shorts Festival mit dem Preis für den Besten Narrativen Kurzfilm, sowie mit dem Thomas-Pluch-Drehbuch-Preis ausgezeichnet.

P. Staff
On Venus

2019, 13'

17:45

P Staffs Kurzfilm besteht aus zwei Teilen: Der erste zeigt Aufnahmen der industriellen Gewinnung tierischer Produkte wie Urin, Samenflüssigkeit, Fleisch, Haut und Fell. Die visuelle Veränderung der Bilder lenkt die Betrachtung weg von einem normierenden Blick. Sowohl das, was gezeigt wird, als auch die Bearbeitung des Ausgangsmaterials verweisen auf andere, nicht-menschliche Perspektiven sowie die Sichtbarkeit von und das Einfühlungsvermögen zu anderen Körpern. Die zweite Hälfte des Films ist ein Gedicht, das ein Leben auf der Venus beschreibt. Der Planet mit einer für Menschen giftige Atmosphäre wird darin zur Metapher zwischen Tod und Leben, die eine Anpassung oder alternative Lebensformen notwendig macht. Die feindlichen Bedingungen betonen den Einfluss der Umgebung auf das, was überhaupt als normal oder lebensmöglich anerkannt wird, ebenso wie der industrielle Umgang mit Tieren eine Grenze zwischen lebensunwürdig und schutzbedürftig anhand der Spezies und unterschiedlicher Körper zieht.

 

P Staff

(*1987, Großbritannien) arbeitet in Los Angeles und London künstlerisch in den Medien Video, Skulptur und Poesie und erforscht darin die in das Werden menschlicher Subjekte eingeschriebenen Schichten der Gewalt, um zu hinterfragen, was in den Bedingungen von trans und queerem Leben ständig auf dem Spiel steht.
Die Arbeiten wurden in Soloausstellungen in Serpentine Galleries, UK (2019); MOCA, USA (2017); und Spike Island, UK (2016) präsentiert. Die lezten Gruppenausstellungen waren etwa bei The Milk of Dream, 59. Biennale von Venedig (2022); Prelude, LUMA Arles, Frankreich (2022); Bodies of Water, 13. Shanghai Biennale (2021); Made in LA, Hammer Museum (2018); Trigger, New Museum (2017); und die British Art Show 8 (2016).

Maja Hodošček
For Your Pleasure
2021, 28' 23''

18:30

Eine slowenische Schauspielerin performt mehrere Stunden allein vor der Kamera, ohne Skript und Anweisungen. For Your Pleasure ist Teil einer Serie der Künstlerin, in der immer dieselbe Ausgangssituation Einblicke in unterschiedliche Subjekte bietet: ein leerer Raum mit schwarzem Vorhang, ein Stuhl und eine Kamera, die durchgehend filmt. Die ständige Beobachtung führt bei der Schauspielerin dazu, hauptsächlich über ihre Situation und die an sie gestellten Erwartungen zu reflektieren – ohne Selbstzensur. Im Film entsteht aus dem Anschein eines authentischen Bilds ihrer Selbst, aus ihren Äußerungen und Bewegungen ein Verweis auf die neoliberale Struktur unserer Gesellschaft, wie tief etwa Machtstrukturen zwischen Regie und Schauspiel verwurzelt sind oder wie bestimmte Kategorien aufgerufen werden, ohne diese explizit zu machen.

Maja Hodošček

(*1984, Slowenien) ist Künstlerin, Pädagogin und Forscherin. An der Schnittstelle von Kunst, Bildung, Politik und Alltag produziert sie Videoarbeiten, Installationen und initiiert Workshops. In Bewegtbildern beschäftigt sie sich mit unterschiedlichen sozialen Gruppen und möglichen Lernumgebungen.
Ihre Arbeiten wurden in Gruppenausstellungen wie Hidden Curriculum, tranzit.sk, Bratislava; Silence is Deafness Here, Gallery Podroom, Belgrad; Beyond the Globe, Moderna galerija, Ljubljana, South by South East, Guangdong Times Museum, China; Pipe Dream, Kunsthalle Exnergasse, Wien sowie Travelling Communiqué, Museum of Yugoslav History, Belgrad präsentiert. Solopräsentationen waren zu sehen in Dom omladine, Belgrade, Museum of Contemporary Art – MSUM, Ljubljana, Miroslav Kraljević Gallery, Zagreb, ŠKUC Gallery Ljubljana, Gallery Gregor Podnar, Ljubljana, etc. 2020 erhielt sie den Rihard Jakopič Preis für ihre künstlerischen Leistungen, 2010 den OHO Award.

Atmosphäre & Authentizität

Atmosphäre & Authentizität

Michael Goldgruber, Jochen Höller, Gert Linke, Gabi Mitterer, Maria Morschitzky, Olaf Osten, Ana Pascu, Brigitte Sasshofer, Gerlinde Thuma

Ausstellungsdauer: 30. Juni - 16. Juli 2022
geöffnet jeweils Mi, Do, Fr, 15 bis 19 Uhr; Samstag 15 bis 18 Uhr

Die Hofinstallation von Olaf Osten ist jeden Samstag zu besichtigen!

Michael Goldgruber, Filmstill „De.Frost.Zones“, 2018-2021 © Michael Goldgruber/Bildrecht

Einer besonderen Atmosphäre haftet auch immer etwas Momentanes an. Sie scheint im Hier und Jetzt verankert zu sein. Und hat irgendwie mit einer sensualen Erfahrung zu tun: Wir fühlen etwas intensiver oder werden intensiv berührt. Die Suche nach dieser Intensität liegt nach den kargen Jahren der Pandemie in der Luft.

Authentizität hat eine gewisse moralische, eine ethische, zumindest eine subjektbezogene (Wahrnehmungs) Perspektive. Denn wir wollen meist selbst authentisch sein, oder auch authentisch bleiben – und meinen damit, unseren Prinzipien auch im Handeln „treu“ zu sein, und das ist eine Herausforderung in unserer Zeit.

In seinem Kurzfilm „De.Frost.Zones“ zeigt er Bilder, die mit fotografischem Zugang, statisch und sorgfältig komponiert, topografische Ausschnitte und Szenarios an Gletschern der Ostalpen zwischen Großglockner und Silvretta seine Intentionen eindrucksvoll darlegen. Die Bilder sind ruhig und kontemplativ, sie evozieren melancholische Nachdenklichkeit und erzeugen nebst ihrer erhabenen und mythischen Präsenz auch beklemmende Bewusstheit bezüglich ihres Verschwindens.

 

Michael Goldgruber, Still aus De.Frost.Zones, 2018-2021, Full-HD, stereo, 14 min

Kein Buch auf der Welt hat eine Gesellschaft dermaßen geprägt wie die Bibel. Die Macht über das Wissen hatte die Kirche, erst mit der Aufklärung wurde das Wissen sozusagen liberalisiert. Jeder kennt den Spruch: Wer nichts weiß, der muss alles glauben; Ausgehend davon wurden aus dem Buch der Bücher alle Wörter „glauben“ und „wissen“ ausgeschnitten, um das Verhältnis beider Wörter zueinander zu untersuchen.

 

 

Jochen Höller, Glaube : Wissen, 2019, Collage, Papier auf Karton, gerahmt, 45 x 60 cm

 

 

 

 

 

 

 

 

Gert Linke, Ein Stück Gugelhupf 2014, Eisenguss (Grauguß), 30 x 30 x 13 cm

Der einem Lehrbuch für Meteorologie und Geophysik entlehnte Titel Die Dynamik der Atmosphäre ist der Versuch einer möglichen Sichtbarmachung von Atmosphäre im Sinne gesellschaftlicher Stimmungen und Strömungen. Anhand von zwei Arbeiten dieser neunteiligen Serie soll die Komplexität interagierender Geschehnisse innerhalb menschlichen Zusammen-lebens und möglicher Entladungen thematisiert werden. Der Camouflagestoff veranschaulicht als Bildträger und Kleidungsstoff die Vielschichtigkeit des Tarnmusters mit all seinen Zuschreibungen.

 

 

 

 

 

Gabi Mitterer, aus der Serie „Die Dynamik der Atmosphäre“: Grenzlanddirndl, Tarnstoff, Größe 38, auf Kleiderständer und O.T., 2002, Acryl auf Tarnstoff, 80 x 140 cm (

Die Serie Rauschen widmet sich der Bewegungsdynamik, die den körperlichen Impulsen beim Zeichnen entspringt. Die Hand als Seismograf neuronaler, steuerbarer Rhythmen wählt einer Maschine gleichend aus gespeicherten, doch sich weiterentwickelnden Programmen aus und „schreibt“ daraus Muster und Formen. Aus Punkt und Linie entsteht das Rauschen, dessen Spannungsmoment sich zwischen Formfindung und -auflösung ansiedelt. Die horizontal angelegten Blätter sind zugleich Bezugnahme als auch Abgrenzung zum Medium Schrift und thematisieren den Prozess des bewegten Schauens.

 

Maria Morschitzky, aus der Serie Rauschen, 2020/2022, Farbstift auf Papier, 21x29,7cm, Bildrecht

Olaf Ostens begehbare Installation Home Sweet Home aus übermalten Fenstervorhängen ist der Versuch einer atmosphärischen Synthese zweier Orte bzw. potentieller Heimaten am Beispiel von Wien und Sarajevo und erzählt u.a. von der komplexen Persönlichkeit, die Migration erzeugt. Die Sujets zeigen sowohl den Alltag als auch Geschichte oder Politik und resultieren aus eigenen Erfahrungen, Gesprächen und Literatur. Dabei ergibt sich durch die transparenten Vorhänge z.B. die Frage, wie durchlässig und vielschichtig ein „Zuhause“ wohl sein kann.

 

Olaf Osten, Home Sweet Home, 2022, bemalte Vorhänge im Außenraum

The perpetual transformation that is specific for human nature imposes a continuous searching, ended only by the inevitable moment of mortality. The stages of the process take place inside the relationship between the spaces that the self simultaneously exists in- the material one and the interior, intangible one. The fragmentation of the intimate space talks about the impossibility of fully exposing the personal experience. Apex, symbolizing the highest point in space, opens the notion of wholeness and transforms the apparent ending of the process into an ongoing rediscovery of one's self.

 

Ana Pascu, APEX, 2021, video, edition of 3 + 1 AP, 2min 44sec, 1920x1080, color, stereo

Ursprünglich drei Steinskulpturen, präsentiert auf einer Bodenmalerei aus Kalk, welche die nicht mehr vorhanden Körper der Tiere als Silhouetten zeigte. Diese wurden bei der Begehung durch die Besucher ausgelöscht. Die Arbeit war Teil einer Werkreihe in den 80iger-Jahren, in denen ich mich mit Themen Artensterben / Umweltzerstörung befasst habe.
Digitale Komposition 2017:  Bearbeitung von Fotoaufnahmen einer kleinen Nashornskulptur aus dem Jahr 1989 und Konfrontation mit einem Original-Polaroid aus dem Entstehungsjahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brigitte Sasshofer, Vom Verschwinden der Nashörner, 1989 - 2017, Zwei Steinskulpturen: Krastaler Marmor, Höhe je 55 cm, Originalpolaroid, gerahmt, 90 x 108 mm, Lambda-Print auf Aluminium, 120 x 80 cm

Die Welle bewegt sich dem Impuls folgend, bis sie auf Widerstand trifft und ihrem Wesen entsprechend geändert Raum greift. Hier wird in zwei Bildhälften eine Einzelwelle der Struktur einer Summe von Wellen in Beziehung gestellt. Zwischen Wellen und Atmosphäre besteht eine Wechselwirkung – Atmosphäre ist Welle und Wellen werden durch Phänomene der Atmosphäre ausgelöst. Ein Welle kann aus einer ebenmäßigen Gesamtheit heraus zur Riesenwelle werden - als Sinnbild und als Phänomen.

 

 

 

 

Gerlinde Thuma, One and All, 2022, Kohle, Pigment, Acryl / Leinwand, 150 x 100 cm (€ 4300,-)
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Darja Shatalova | Marta Beauchamp

Fotos Darja Shatalova

Marta Beauchamp & Darja Shatalova
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Vernissage: Dienstag, 3. Mai 2022, 19 Uhr
zur Eröffnung spricht Anamarija Batista, Kulturwissenschaftlerin und Ökonomin

Ausstellungsdauer: 4. – 24. Mai 2022

Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15 bis 19 h
Samstag 15 bis 18 h

Finissage am 24. Mai 2022 um 19 h
Florian Fusco & Darja Shatalova: Q-Klänge
Soundperformance, 20 min

Wie funktionieren Systeme – und inwiefern prägen diese Prozessabläufe und Verhaltensstrukturen? Auf Basis künstlerischer Forschungsmethoden setzen sich die beiden Künstlerinnen Marta Beauchamp und Darja Shatalova mit unterschiedlichen Datengrundlagen – aus externen Archiven versus autobiographische Aufzeichnungen– auseinander und kreieren in einem dualen Setting ein sich verknüpfendes Gefüge aus räumlichen und auditiven Übersetzungsprozessen.

Das Zusammenspiel zwischen äußeren und inneren Faktoren, den Bedingungen von gesamtgesellschaftlichen und persönlichen Entwicklungen, von Strukturen innerhalb eines Systems und seiner tragenden Elemente führt zu einem wellenartigen Prozess der Annäherung und Entfernung. In diesem Ablauf stellt die kontinuierliche Revision ein zentrales Element in einer zeitlich basierten Evaluierung und Adjustierung von Ereignissen dar. Die Überprüfung von Zuständen erfolgt sowohl als eine bewusste Entscheidung, als auch in Form integrierter Mechanismen innerhalb eines Systems. Veranschaulicht man diesen Prozess grafisch, so handelt es sich um zwei Kurven, die abschnittsweise ein divergentes oder ein konvergentes Verhalten aufweisen, bzw. in Momenten der Synchronisation sich berühren.

In Rahmen der Ausstellung präsentieren die Künstlerinnen sowohl individuelle Positionen, als auch ein gemeinsames Werk, das die singulären Elemente als Ausgangsmaterial nimmt. Die aus dem Dialog zwischen den Übersetzungspraktiken stammende Arbeit verkörpert eine weitere Revisionsschleife und stellt damit den gemeinsamen Prozess in den Vordergrund. Die Arbeiten weisen in ihrer Methodik der Sammlung, Evaluierung, Strukturierung und codierten Transformation zahlreiche Schnittpunkte auf und schaffen auf diese Weise einen Dialog im Sinne eines künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprozesses.

Marta Beauchamp

(*1990, IT/UK) erschafft eine Schnittstelle, durch die man den Prozess des Übersetzens von neurowissenschaftlichen Thematiken in visuelle und klangliche Installationen erleben kann. Marta lebt und arbeitet derzeit in Salzburg und forscht künstlerisch an der ufg, Linz. Sie studierte im Master ArtScience an der KABK und KonCon in Den Haag in 2021 und hat ihr Studium in Design an der FH Bielefeld 2020 abgeschlossen. Davor studierte sie Neurowissenschaften und arbeitete wissenschaftlich im Bereich der Chronobiologie.

Darja Shatalova

(*1988, RU) ist eine multidisziplinär arbeitende Künstlerin mit dem Fokus auf eine Strukturierung und Systematisierung von Daten, die gegenwärtige Ereignisse aus der Umwelt und dem persönlichen Mikrokosmos beschreiben. Die Grundlage des Arbeitsprozesses bilden kontinuierliche Aufzeichnungen, die in raumbezogene Installationen, Performances und Soundkompositionen übersetzt werden und dabei ein Netzwerk an Symbolen, Codes und Formeln bilden. Darja studierte Kunst und Mathematik Lehramt an der Universität zu Köln und Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Q-Klänge

Darja Shatalova und Florian Fusco bei der Finissage

Fotos Barbara Höller

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Elisabeth Czihak

As if … 2020, Digitaldruck auf Vliestapete, 260 x 448 cm Foto © Elisabeth Czihak

As if …

Vernissage: Mittwoch, 2. März 2022, 19 Uhr
Eröffnung: Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin

Ausstellungsdauer: 3. bis 25. März 2022
Mittwoch, Donnerstag, Freitag 15 bis 19 h
Samstag 15 bis 18 h

18. März 2022: 16-19 h
Foto Wien Tour "ON NOT OFF" mit Maria Christine Holter im Wien 5
(besucht werden Super, Hinterland, sehsaal, Station Wien, Kombinage.
Treffpunkt 16h im Kunstraum Super)
Zur Anmeldung

Finissage: Freitag, 25. März 2022, 19:30 Uhr
Maja Osojnik ̶ vocals, electronics

Das Projekt ist Teil des Festivals FOTO WIEN 2022.

Die Künstlerin Elisabeth Czihak verbindet für ihre Ausstellung im sehsaal eine Tapeteninstallation, ein keramisches Objekt, Zeichnungen und eine Fotoserie zu einer dichten, atmosphärischen Rauminterpretation. In ihren Fotografien präsentieren sich Räume der Vergangenheit als gelebt und verblichen, die Tapeteninstallation überlagert verschiedene Raumansichten zu einem Traumbild, während ein maßstäblich verkleinertes Architekturelement so gar nicht an einen wärmespendenden Kamin denken lässt.

Ausgangspunkt für alle in der Ausstellung „As if …“ gezeigten Arbeiten ist die Fotoserie „As if wishing ever helped“, aufgenommen 2019 in einem nicht mehr bewohnten, nur sporadisch genutzten kleineren Schloss in Privatbesitz.

Verschiedene Ansichten des über 200 Jahre alten Dachbodens werden mittels einer collageartig erstellten Tapeteninstallation als dominierende Arbeit in den sehsaal geholt. Auf der dem Eingang gegenüberliegenden „freistehenden“ Wand verschränken sich Dachboden und sehsaal zu einem neuen Ganzen – ein Dachgeschoß zieht ins Erdgeschoß, der vorhandene Raum wird verändert, fiktiv erweitert und ermöglicht den Betrachter*innen ein neues Raumerlebnis.

Die Ausstellung wird durch Fotografien aus der Serie „As if wishing ever helped“ ergänzt, die über eine reine Architekturdokumentation hinausgeht und ihren Blick auf Details und Atmosphärisches richtet. Der zuweilen traurige Charme und die Patina des Vergangenen zwischen Leerraum und Lagerraum, zwischen Prunk und Verfall, werden in den Fokus gerückt. Raumfluchten erlauben einen Blick in die Tiefe und erzählen von der Großzügigkeit solch alter Gebäude und der Bürde des historischen Erbes.

Als dritter Bestandteil der Präsentation sind die Arbeit „Wärmestück“, ein plastisches Werk aus getrocknetem, nicht gebranntem Ton, und Tuschezeichnungen der Serie „Makro“ zu sehen. Beide leiten sich formal von einem der vielen verschiedenen Kamine am Dachboden ab.

Elisabeth Czihak

1966 geboren, 1985-91 Hochschule f. Gestaltung, Linz (Diplom), 1991/92 Hochschule der Künste, Berlin (D), lebt und arbeitet in Wien und im Weinviertel.
seit 1989 regelmäßige Ausstellungen in den Bereichen Objekt, (Wand-) Zeichnung, und Fotografie.

Preise: 2020 Anerkennungspreis f. Medienkunst / künstlerische Fotografie des Landes NÖ; 2011 Anerkennung beim Europäischen Preis für Architekturfotografie, Frankfurt am Main (D), 2000 Talentförderungspreis des Landes Oberösterreich (A). Letzte Personalen: Ortner 2, Wien, Kunstraum St. Virgil, Salzburg, EIKON Schaufenster, Wien.

„Mein starkes Interesse an Dreidimensionalität und Gebautem ging von der Skulptur ganz in die Zeichnung und Fotografie über, in beiden Bereichen beschäftige ich mich generell mit dem Raum – seiner Wirkung und meiner Einflussnahme darauf.“

small structures

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eine internationale Gruppenausstellung mit "kleinen Formaten" von

Ilse Aberer, Edgar Diehl, Christian Eder, Helmuth Hager, Erica Heisinger, Barbara Höller, Ingrid Hornef, Christiane Grimm, Vesna Kovacic, Ivo Ringe, Otto Scherer, Hans Schork, René Daniel Sieber, Rolf Schneebeli, Oliver Thiele, Ludwig Wilding

Kurator Otto Scherer 

Vernissage am Mittwoch 12. Jänner 2022 um 19 Uhr
Einleitende Worte: Hartwig Knack, Kunsthistoriker

Ausstellung 13. bis 29. Jänner 2022
Mi, Do, Fr von 15 bis 19 Uhr, Sa von 15 bis 18 Uhr

Auszüge aus der Eröffnungsrede von Hartwig Knack

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Nora Bachel

Ornament, kein Verbrechen
Nora Bachel

“Ornament, kein Verbrechen“ ist die provokative Antwort der Künstlerin Nora Bachel
auf die programmatische Schrift Adolf Loos‘ von 1908 "Ornament und Verbrechen“.

Vernissage am Mittwoch 3. November 2021 um 19 Uhr
Laudatio mit Artist Talk: Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin
 
Finissage am Freitag 19. November 2021 um 19:30 Uhr
Musikalische Intervention: Break―Breathe―Syncope
Clementine Gasser – Violoncello, Komposition
 
Ausstellung 4. bis Ende Dezember 2021
Mi, Do, Fr von 15 bis 19 Uhr, Sa von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung

Seit 2003 führt Bachel Installationen unter dem Serientitel “Ornament im Raum“ durch, die auf bestimmte Materialien und konkrete Räume Bezug nehmen. Die temporären Interventionen – keine dieser Arbeiten existierte je über einen Ausstellungszeitraum von wenigen Wochen hinaus – sind ephemer und nomadisch. Das Material (z.B. ungebrannter Lehmziegel) löst sich bisweilen in Staub auf und die überdauernden Elemente finden an einem anderen Ort in neuem Zusammenhang wieder Verwendung.

Für den sehsaal gestaltet Bachel aus blau eingefärbtem, handgeschöpftem Hadernbütten die Installation „Ornament, kein Verbrechen“. Zur Herstellung des wandfüllenden Papierkreises wurden Stoffbahnen früherer installativer Arbeiten recycelt. Das blaue Signet korrespondiert mit den ornamentalen Zeichnungen und Objekten im Raum.

Bachels Graphitzeichnungen der Serien “Fragmente“ und “Arabesken“ sind jede für sich eigenständige Kompositionen, auch wenn ihr Ursprung in der Struktur aus 8 x 4 konzentrischen Kreisen liegt – dem Konzept für eine 2006 um acht Pilaster der Townhouse Gallery in Kairo ausgeführte Rauminstallation. Der Prozess – ein work in progress – führt über die Vervielfältigung der Form zur Fragmentierung und Auflösung, um sich in neuen Bildfindungen wieder zusammenzusetzen. (Maria C. Holter) 

 

Nora Bachel

1950 in Wien geboren,
Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst (Mag.art)
Auslandstipendium in Poznan (Polen), Arbeitsstipendium in Kairo (Ägypten)
Studienreisen: Japan, Kuba, Ghana, Benin
Seit 1980 Ausstellungen im In- und Ausland, Forschungsprojekte und Kunstvermittlung
Werke im Besitz öffentlicher und privater Sammler
Lebt und arbeitet in Wien

"Ornament, kein Verbrechen" (Detail in Produktion), 2021, handgeschöpftes Hadernbütten, Foto Nora Bachel
Nora Bachel in der Papierwerkstatt Mapalagama, 2021. Foto: Peter Putz
"Fragmente", 2016-19, Graphit auf Transparentpapier, 29,7 x 21 cm

Konzert 19. November 2021
Clementine Gasser

Violoncello, Komposition - Break―Breathe―Syncope

Die Cellistin und Komponistin Clementine Gasser ist in den Bereichen zeitgenössische, improvisierte Musik und Jazz tätig. Darüber hinaus entstanden Aufräge in Verbindung mit Kunstformen wie Theater, Literatur und bildende Kunst.Die Musikerin wurde mehrfach ausgezeichnet, sie lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Wien.

Clementine Gasser, Improvisation im sehsaal. Foto Höller

Sylvia Schultes – Hinrich Gross

CAMOUFLAGE
Hinrich Gross | Sylvia Schultes

In einer großformatigen Video-Sound-installation weitet das Hamburger Künstler:innenduo Sylvia Schultes und Hinrich Gross den sehsaal zu einem visuellen Hallraum. An den Wänden scheint der Boden auf, auf dem sie stehen. Metamorphorisierend umdriftet die markante Matrix das Publikum. Moos und Mars mischen mit, in perfekter Camouflage. Sound durchzieht den Raum.

22. – 30. Oktober 2021

Eröffnung 21.10.2021
Trialoggespräche ohne doppelten Boden

Finissage am Samstag 30.10.2021 ab 17 Uhr
»Cover« - begehbare Installation zur Ausstellung,
mit einführender Performance von Ablate Mountain

Die Hamburger Künstler:innen Sylvia Schultes und Hinrich Gross konzipieren für den sehsaal eine ortsbezogene Videoinstallation. Grundlage ist der Boden des sehsaals mit seiner malerischen Farbigkeit und camouflageartigen Anmutung. In einer Verschränkung ähnlicher Strukturen verschiedener Maßstäbe erklingt auf den drei geschlossenen Wandflächen des Raumes ein optischer Widerhall des Bodens, auf dem die Betrachter*innen stehen.

Mit diesen Analogien entsteht ein bewegtes Spiel in unterschiedlichen Geschwindigkeiten; Stille, kaum merkliche Wandlungen stehen im Wechsel mit Bildbewegungen, die sich über den Gleichgewichtssinn körperlich manifestieren. Physikalisch ausgedrückt ließe sich sagen, die Eigenfrequenz des sehsaals wird in einen vergrößerten, reinen Resonanzraum überführt.

Dieser Resonanzraum findet sich auch in einem auditiven Widerhall. Der Sound behauptet seine eigene Bewegtheit und fügt sich ab und an mit in die Bilderwelten ein. Das Mit- und Gegeneinander von Bild und Ton erweitern den Raum der Camouflage.

The Hamburg artists Sylvia Schultes and Hinrich Gross have conceived a site-specific video installation for the sehsaal. The basis is the floor of the sehsaal with its painterly colorfulness and camouflage-like appearance. In an interweaving of similar structures of different scales, an optical echo of the floor on which the viewers are standing resounds on the three closed wall surfaces of the room.
These analogies give rise to a moving game at different speeds; stillness, barely perceptible transformations alternate with pictorial movements that manifest themselves physically through the sense of balance. In physical terms, one could say that the natural frequency of the visual space is transformed into an enlarged, pure resonance space.
This resonance space is also found in an auditory echo. The sound asserts its own movement and inserts itself now and then into the image worlds. The with and against each other of image and sound expand the space of camouflage.
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Filmlounge 2021

filmlounge 2021
Resonanz und Resilienz

15.-17. September 2021
Beginn jeweils 18:00
Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten, unter: info@sehsaal.at

Programmübersicht:
Davor jeweils: Einführung durch die Künstlerinnen
Danach jeweils: Publikumsdialog, Moderation: Siglinde Lang, Kuratorin

Mi., 15.9. 2021, 18:00
Annja Krautgasser: wirklichkeiten (entgegen)treten

(Experimentalfilme)
Around and Around, 2007, 1:40 min
Dachszenen, 2018, 19:01 min
Talszenen 1.0., 2020/21, 21:03

Do., 16.9. 2021, 18:00
Carola Mair: liebes:leben

(Dokumentarfilm)
Liebes:Leben / ein Film über den Aufbruch von Frauen, AT 2020, 43 min

Fr., 17.9. 2021, 18:00
Simone Hooymans: drawings in (e)motion

(Animationsfilme)
Earthfall, 2019, 6:19 min
Broken Horizon, 2008, 4:48 min
After Office Hours, 2012, 4:34 min
Rett Ned, 2017, 6:57 min
All that space between us, 2018, 5:00 min
Talking Plants, 2020, 6:07 min

Im Vorjahr erstmals als neues Format im sehsaal eingeführt, bietet jeder der drei Filmabende eine Einführung durch die Künstlerinnen sowie einen von Siglinde Lang [buero-kwp.net]  moderierten und offenen Publikumsdialog. Der Seh-Genuss in Wohnzimmer-Atmosphäre wird nicht nur mit Gesprächen, sondern auch mit Wein & Brot, Bier & Chips, Wasser & Keksen verbunden.

Resonanz als Tendenz einer sich anpassenden und Resilienz als Tendenz einer widerständigen Kraft, die auf veränderte Lebensbedürfnisse, externe Einflüsse und sich wandelnde Umwelten reagiert. Diese beiden Pole umfassen als Jahresthema den Rahmen für die diesjährige Filmlounge: Aus unterschiedlicher künstlerischer, thematischer und auch persönlicher Perspektive blicken die drei Filmemacherinnen Annja Krautgasser, Carola Mair und Simone Hooymans auf Relationen von Mensch & Umwelt, auf Selbstbild & Fremdeinwirkung, auf Natur und Zerstörung – und fragen nach dem individuellen Gestaltungs-/Handlungsraum, den jede und jeder in Zeiten der Veränderung einnehmen, vielmehr ausfüllen könnte.

Annja Krautgasser, Still aus 'Talszenen 1.0"
Carola Mair, Still aus Liebes:Leben, 2020
Simone Hooymans, Still aus Earthfall, 2019

annja krautgasser
wirklichkeiten (entgegen)treten

15.09.2021, 18.00

„Die Frage nach Selbstbestimmung versus Fremdbestimmung – Resonanz und Resilienz – begleitet mich seit Jahren und zieht sich als roter Faden durch meine Arbeit: Rückzug in die Isolation, Flucht in eine Naturlandschaft, Suche nach der eigenen gesellschaftlichen und politischen Position und Haltung. Den Horizont, die Dachlandschaft oder die Kargheit der Bergwelt verwende ich dabei als metaphorische Bühne. Sie umschreiben für mich gesellschaftliche Normen aus Kultur und Tradition, die, umgelegt auf ihre Symbolik, einiges über Macht- und Rollenzuschreibungen aussagen."

Talszenen, 2021

Die Künstlerin und Filmemacherin Annja Krautgasser beobachtet sehr, sehr genau: gesellschaftliche Manifestationen, subjektive Reibeflächen und rezeptive Wahrnehmungsmuster. Diese Beobachtungen - in ihrer Verwobenheit von (Um)Welt und Individuum - transformiert sie in filmische Sequenzen: Diese präzisieren sich mittels realer, zumeist dennoch surreal verzerrt wirkender Bild- und Handlungskulissen, mittels figurenhafter Protagonistinnen, mittels der Kombination aus dokumentarischen und künstlerischen Stilelementen sowie einer experimentellen Sound- und Tonauswahl zu kompakten Erzählsträngen.

Annja Krautgasser wurde 1971 in Tirol geboren und studierte Architektur an der Universität Innsbruck und Visuelle Mediengestaltung/Neue Medien an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre künstlerischen Arbeiten sind geprägt durch die Formate Video, Performance und Partizipation und thematisieren die stete Verbindung zwischen Individuum und sozialem Raum. Zahlreiche Einzel-/Gruppenausstellungen und Stipendien im In- und Ausland.

Around and Around, 2007, 1:40 min

Eine der ersten filmischen Arbeiten von Annja Krautgasser experimentiert mit der „Ordnung der Sichtbarkeit“ (Richard Braun) und den dem Filmischen spezifischen Techniken von Stillstand und Beschleunigung, von Schnitt und Montage, von dem visuell Gezeigtem und den Nuancen des Sehbarem.

Dachszenen, 2018, 19:01 min

Michelle Koch (Diagonale Filmfestival Graz) beschreibt die Handlung von Dachszenen als perspektivische Annäherung an formale, jedoch individuell wahrgenommene Stadtarchitekturen: Vier Frauen blicken auf eine Stadt. Von weit oben nehmen sie diese aus einer Perspektive der Isolation buchstäblich unter die Lupe: ein urbaner Raum, eingeteilt in Wohnparzellen, Dächer, Straßenstrukturen, Blöcke, in und auf denen sich vereinzelt Alltagsszenen beobachten lassen. Die Stadt scheint dem Leben seine Form zu geben. In Vor-Corona-Zeiten gedreht, entwickelt Dachszenen unter heutiger Rezeption eine zeitlich versetzte Aktualität. Was und wie beobachten wir, wenn wir auf den uns unmittelbar umgebenden Raum blicken, der uns - ob selbst- oder fremdbestimmt - als solcher zu isolieren und abzuspalten vermag? Aus dem Off werden vier Protagonistinnen fragmentarisch charakterisiert, deren Blickwinkeln und Erzählstränge sich ineinander verschachteln und zunehmend zu einem sehnsuchtsvollen Ganzem komprimiert wirken.

Talszenen 1.0., 2020/21, 21:03

Das aktuelle Filmprojekt Talszenen basiert auf einem der ältesten Dokumente rätoromanischer Oralliteratur. In mystisch anmutender Naturkulisse inszeniert Annja Krautgasser das Canzun de Sontga Margriata als filmische und stimmgewaltige Erzählung. Die Geschichte, das „Lied“, von der heiligen Margriata, die aufgrund eines Verrates ihr Tal verlassen und damit auch ihr geliebtes Leben aufgeben muss, wird in Talszenen zu einem zeitlosen Filmdokument über die Angst vor dem Unvorhersehbaren und vor Vergänglichkeit. Über die Frauenfigur der Margriata, die als Mann verkleidet ein einfaches Hirtenleben führt, wird diese Angst vor allem als Verlust eines paradiesischen Ist-Zustandes erfahrbar, der sich in einer Existenz im Einklang mit der Natur, mit dem eigenen Tun, mit dem sich selbst gewählten und kreiertem Leben ausdrückt.

carola mair
liebes: leben

16.09.2021, 18.00

„Liebes:Leben ist ein sehr persönlicher Film über das Geheimnis von Mut, Resilienz und letztlich befreienden Lebensmodellen. Denn in der Auseinandersetzung mit Lebenskrisen, dann, wenn etwas im Leben aus der Harmonie geraten ist, erinnert man sich an die stabilisierende Wirkung der inneren Taktgeber wie Körper- und Selbstbewusstsein.“

Mit ihren kraftvollen, nachdrücklichen Dokumentarfilmen greift Carola Mair gesellschaftliche Tabuthemen auf, gibt marginalisierten Personen eine Stimme, ein Gesicht und eine Öffentlichkeit. In ihrem aktuellen Film Liebes:Leben lässt sie drei starke Frauen, die anonym bleiben (wollen), von ihren Gewalterfahrungen im eigenen Haushalt erzählen – und wie sie sich von diesen befreien, diese überwinden. Die Protagonistinnen im Film erinnern sich an ihre inneren Kraftquellen, entdecken ihren Körper und sich selbst neu, sehen sich als Teil der Natur und spüren das pulsierende Leben ihrer eigenen Existenz. Den unmittelbaren, sehr persönlichen Einblicken und Reflexionen stellt Carola Mair performative Szenen gegenüber, die sich mit dem Erzählten künstlerisch auseinandersetzen. Auch Sozialarbeiterinnen kommen zu Wort, klären über Mechanismen häuslicher Gewalt auf. Trotz der Schwere des Themas und der emotionalen Betroffenheit, die der Film auslöst, ist auch Leichtigkeit und Offenheit spürbar. Mit Liebes:Leben eröffnet Carola Mair einen diskursiven Raum, der Zivilcourage und Mut stärkt, und individuell anregt, sich – als Frau und Mensch – mit Stärken und Ansprüchen an das eigene „gute“ Leben auseinanderzusetzen.

 Carola Mair, geboren 1962 in Attnang-Puchheim, ist eine österreichische Dokumentarfilmerin und Drehbuchautorin. Sie studierte Schauspiel an der Schauspielschule Krauss in Wien und interkulturellen Journalismus an der Universität in Salzburg. Seit 1995 ist sie als Fernsehjournalistin tätig, sowohl für den ORF, als auch für private Fernsehsender. Im Jahr 2001 war sie Regieassistentin bei Andreas Gruber. Im selben Jahr begann sie ihre Tätigkeit als Dokumentarfilmerin. Die meisten ihrer internationalen Filme thematisieren Menschenrechte, Toleranz, Diversität. Im Vordergrund stehen dabei zumeist Frauen und Kinder weltweit.

Liebes:Leben
ein Film über den Aufbruch von Frauen
Dokumentarfilm
43 Min
AT 2020

Carola Mair, Still aus Liebes:Leben
Dokumentarfilm / 43 Min / AT 2020

Michi, Inga und Evelyn sind drei starke Frauen, die häusliche Gewalt in ihren Beziehungen erlebt haben. Traumatisiert durch diese Erfahrungen sehen sie lange keine andere Perspektive als in der Gewaltspirale auszuharren. Erst als die Gewalt ihren Höhepunkt erreicht, beschließen die Frauen mit Hilfe von außen zu fliehen und ein neues Leben zu wagen.

Buch/Regie: Carola Mair
Kamera/Schnitt: Erik Etschel
Ton: Armin Lehner
Sound: Achleitner& Zotter
Tanz: Tauschfühlung

simone hooymans
drawings in (e)motion

17.09.2021, 18.00

„An invitation into an eternally changeable world where something sprouts and withers away, something explodes and takes on a new form.”

Talking Plants, Videostill 2020

Mit ihren experimentellen Animationsfilmen kreiert die niederländische Künstlerin Simone Hooymans ein faszinierendes, zuweilen hypnotisierendes Universum. Ihre bildgewaltigen Erzählungen sind voller Poesie und Anmut und verdichten sich fließend zu mythischen Welten und zu eigentümlichen Szenarien. Diese wirken unmittelbar auf den/die Betrachter*in. Ihre Arbeiten entfalten eine eindringliche Kraft und lösen eine reflexive Auseinandersetzung über Verhältnisse von Natur und Mensch, von Urbanisierung und Naturraum, von überbordender Technologie und der Sehnsucht nach Harmonie aus. Tuschezeichnungen und Farbbilder kombiniert sie mit 3D-Computertechnologie sowie perfekt abgestimmten Soundkulissen, die (syn)ästhetisch die Eindringlichkeit und Prägnanz ihrer Animationen verstärken.

Space Betwee, Videostill 2018

Simone Hooymans wurde 1974 in den Niederlanden geboren und studierte Bildende Kunst an den Universitäten in Breda und Arnhem. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Ålvik, Norway. Mit ihren Zeichnungen, Videoinstallationen und Animationsfilmen war und ist sie an zahlreichen internationalen Ausstellungen und Filmfestivals beteiligt, eine Vielzahl ihrer Arbeiten ist mehrfach prämiert und ausgezeichnet worden.

Earthfall
2019, Animation, 6:19 min

In dieser 3D-Animation untersucht Simone die transformierende Kraft einer Krise. Landschaften, Stadtansichten und abstrakte Formen bewegen sich langsam, während sie zu einer Lawine werden, die alles zu zerstören droht. Doch aus den Trümmern und dem Chaos entwächst die Perspektive auf einen Neuanfang: Unbekannt und undefiniert, aber vielleicht hoffnungsvoll? Der Film ist eine symbolische Erkundung der aktuellen globalen Herausforderungen, verbunden mit einer inneren Reise wie eine Krise persönliche Veränderungen bedingen kann.

Broken Horizon
2008, Animation, 4:48

Aus einem Meer voller Eisberge steigen grüne Hügel auf. Kurvenreiche Straßen und ein baumartiger Wald lassen die bis dahin unberührte Landschaft wachsen, greifen in diese ein und verändern sie. Eine Stadt formiert sich, dunkel und unnahbar. Doch wenn die Nacht hereinbricht und die Lichter angehen, kehrt das Wasser zurück. Der einkehrende Transformationsprozess widersetzt sich der Vereinnahmung der Natur durch den Menschen.

After Office Hours
2012, Animation, 4:34 min

Was passiert, wenn die Tage der Menschheit vorbei sind und die Natur wieder regiert. Was passiert, wenn `das Büro´ geschlossen ist? After Office Hours unternimmt eine anmutende Gedankenreise, die sich einer von (Business-)Männern übernommenen Welt entgegenstellt.

Rett Ned
2017, Animation, 6:57 min

Rett Ned („Direkt nach unten“) nimmt uns mit auf eine Reise an unerwartete Orte und immaterielle, teils düster-dunkle Welten. Sukzessive entfaltet sich eine alternative Realität, die einen außerirdischen und bedrohlichen Unterton hat. Die Animation ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der Band `Building Instrument´.

All that space between us
2018, 5:00 Min

Als Videoloop für Bewohner*innen und Gäste des niederländischen The Rijtven-Hauses, einer Gemeinschaft von Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen konzipiert, setzt sich dieser Animationsfilm behutsam, fast sanft, mit dem Entstehen, der Bedeutung und der individuellen Verortung von Erinnerung auseinander. Das Sujet des Vorhangs direkt aufgreifend enthüllt dieser die Welt dahinter. Eine Welt, die aus Schichten von Erinnerungen besteht. Erinnerungen an die Vergangenheit oder einer Zeit, die erst kommen wird?

Talking Plants
Sound-/Videoinstallation, 2020, 6:07 Min

Diese synoptische Arbeit lässt prächtige, jedoch eigenwillige, Pflanzen in einer mystischen Atmosphäre agieren. Zusammen mit Klangminiaturen von zwölf internationalen Komponist*innen, die für jene Pflanzen, die die Hauptdarstellerinnen der Animation sind, Miniatur-Klanglandschaften geschaffen haben, wird das Werk zu einer außergewöhnlichen und geheimnisvollen botanischen Videoinstallation.

Resonanz und Resilienz

Resonanz und Resilienz

Rubén D'Hers, Ilse Ermen, Markus Guschelbauer, Lena Knilli, Marianne Lang, Wendelin Pressl, Arnold Reinthaler, Darja Shatalova

Eröffnung: 30. Juni 2021 von 17 – 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 1. bis 9. Juli 2021

Digitale Reizüberflutung, Beschleunigung, Klimawandel, Coronakrise: Die Welt um uns, mit uns und durch uns verändert sich. Ob unaufhaltsam oder willkürlich, ob abrupt oder kontinuierlich, ob selbstverschuldet oder fremdgesteuert: unsere Wahrnehmung von und Beziehung zur Welt ist derzeit scheinbar ins Wanken geraten.

Mit `Resonanz & Resilienz´ als Jahresthema 2021 geben wir dem sehsaal einen Rahmen für Antworten, Szenarien, Ansätze und Vorstellungen auf das stets neu zu sortierende Verhältnis vom Individuum und Subjekt zu seiner (Um-)Welt.

Dieses sich neu, sich anders, sich bewusst In-Beziehung-Setzen suchen wir über die Pole von Resonanz und Resilienz zu erkunden: Resonanz als Tendenz einer harmonischen und Resilienz als Tendenz einer nachhaltigen Widerstandskraft, die auf veränderte Lebensbedürfnisse reagiert.

Die Arbeiten der Gruppenausstellungen vermitteln in unterschiedlichen künstlerischen und medialen Formaten individuelle, teils auch sehr persönliche Ansichten und Auseinandersetzung mit der menschlichen Anpassungsfähigkeit, dem (un)bewusst subjektiven Entgegensetzen und/oder dem zunehmend als Widerspruch wahrgenommenen Verhältnis von Kultur und Natur.

Rubén D’Hers (Venezuela). Lives and works in Berlin. Acoustic guitars, zithers, piano strings, cable, stones, hanging motors, pliers, waving cords, bird feathers and refrigerators parts are some of the material he currently uses to produce sound works that operate at a blurred intersection between sound and music. He is a recipient of the Stiftung Kunstfonds working stipend 2020, the emerging artist award grant Cisneros Fontanals Foundation CIFO 2018 and the visual arts research grant from the Berlin Senate Department for Culture and Europe 2017.

Ilse Ermen, geb.1959; D/CH. studierte Bildende Kunst an der ENSBA in Paris (1979 - 1984), daraufhin arabische und slavische Philologie/Linguistik in Paris, Berlin und Basel (1985 - 1991; Dissertation 1996). Sie arbeitet mit Sprache als Bild, in letzter Zeit auch zunehmend mit Klang. Aus dem Zusammenhang gerissene Wörter, Sätze und Texte werden zu Bildern; diese wieder zu Lauten (z.B. in Lesungen). Zentral sind Dekontextualisierung, Hinterfragung von Wahrnehmungsprozessen und Denkmustern. Pendelt zur Zeit zwischen Brest (Frankreich) und Berlin.

Markus Guschelbauer ist 1974 in Friesach (A) geboren, er lebt und arbeitet in Wien. Nach dem Studium der Fotografie am Institut für Bildende und Mediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien ist er seit 2009 als freischaffender Künstler tätig. Landschaften sind sowohl Bezugspunkt als auch Kulisse für seine künstlerischen Interventionen und Inszenierungen. Mit Hilfe von Alltagsmaterialien und Elementen aus dem künstlerischen Formenvokabular entstehen temporäre Stücke auf der Bühne Landschaft. Durch den präzisen bildnerischen Akt des fotografischen und filmischen Prozesses formen sie sich zu autonomen Bildwerken, die sich an der Schnittstelle von Fotografie, Bildhauerei, Performance und Land Art bewegen.

Lena Knilli wurde 1961 in Graz geboren und ist in (West)-Berlin aufgewachsen. Sie studierte Malerei an der HdK in Berlin und an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bei Maria Lassnig. Von 1992 bis 2001 Jahren lebte und arbeitete sie in Prag, anschließend wieder in Wien. Lena Knilli arbeitet in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Collage, sowie audiovisuelle Installation und kollaborative Formate. Sie beschäftigt sich mit der Untersuchung und Überlagerung verschiedener bildlicher Systeme, sowie mit den Fragestellungen, die hieraus resultieren. Es interessieren die Ausgangspunkte für eine individuelle Entwicklung und unsere Wahrnehmungsweisen. Ausstellungen im In-und Ausland.

Marianne Lang wurde 1979 in Graz geboren. 1998-2005 Universität Mozarteum (Dieter Kleinpeter). 2010 Staatsstipendium für bildende Kunst Österreich, Förderpreis Land Salzburg, 2003-09 Atelierstipendien Berlin, Budapest, Montrouge, Virginia, Paris, 2007 Jahresstipendium für bildende Kunst, Land Salzburg. Letzte Einzelausstellungen: 2020 Vermessung der Leere, Stadtgalerie Salzburg, 2018 Spiegelbildlich, Bildraum 01. Wien, 2017 Wald, Galerie Zimmernann Kratochwill, Graz, 2015 Das Haus im Grünen, Galerie Bäckerstrasse4, Wien. Letzte Beteiligungen: 2021 Steiermarkschau, Kunsthaus Graz, 2020 Beethoven unter einem D-A-CH, Künstlerforum, Bonn, 2018 Obsession Zeichnung, Bruseum, Joanneum, Graz.

Wendelin Pressl ist ein „Feldforscher“ an der Grenze zwischen Kunst, Wissenschaft, Wahrnehmung und: Kosmos. In zahlreichen Ausstellungen, Auslandsaufenthalten und Publikationen hat Pressl das Forschungssystem Kunst auf seine für ihn typische Weise von Wahrheit und Täuschung ausgelotet und bestimmt. 1971 in Graz geboren, lebt und arbeitet Wendelin Pressl freischaffend in Wien. Nach der Meisterschule für Malerei an der Ortweinschule Graz studierte er in Wien an der Akademie der bildenden Künste.

Arnold Reinthaler studierte Bildhauerei an der Hochschule für künstlerische Gestaltung in Linz und bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er promovierte bei Thomas Macho mit einer kulturwissenschaftlichen Dissertation über die Zirkulation des Begriffs >nomadisch< im Kunstkontext. Seine Arbeiten umkreisen Zeitbegriffe, die er mit bildhauerischen Mitteln modelliert. Dabei stellt er das subjektive Handeln in den Mittelpunkt lang andauernder Arbeitsprozesse, die er vorwiegend in Stein, Papier und Lichtmedien übersetzt. Arnold Reinthaler erhielt zahlreiche Stipendien und Preise und lebt als Künstler in Wien.

Darja Shatalova ist eine transdisziplinäre Künstlerin mit einem mathematischen Hintergrund. In ihren Arbeiten untersucht sie die Strukturen gesellschaftlicher Phänomene und individueller Erfahrungen auf eine analytische Weise. Ziel ist es, in der Vielfalt singulärer Ereignisse Prinzipien und Muster zu erkennen und so eine Ordnung im eigenen Leben und der Umwelt zu finden. Die kontinuierlichen Aufzeichnungen und Notationen finden in Künstlerbüchern statt, aus denen Elemente in Performances, raumbezogene Installationen und Klangkompositionen übersetzt werden.

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